KBV-Info
Viele Besucher kamen zum Kreiserntedankfest. Nach Tagen mit Regen konnte der Gottesdienst bei strahlendem Sonnenschein gefeiert werden.
Michaela Breun konnte über 400 Menschen auf dem Innenhof der Klosterbrauerei begrüßen. Torsten Möller ging in seiner Ansprache auf die doch sehr unterschiedliche Ernte ein. Viele Ehrengäste besuchten das Fest der Kirche und der Landwirte. Ein Gottesdienst auf dem Hof der Eschweger Klosterbrauerei hat auch Symbolcharakter für die Braugerste-Anbauer im Werra-Meissner-Kreis, die ihre Gerste für die Eschweger Klosterbrauerei anbauen.
Viele Besucher waren auch interessiert an der „Markthalle“, eine Vertriebsgemeinschaft für regionale und Bio-Lebensmittel. Seit 3 Wochen ist die Markthalle im Handelsgeschehen tätig. Ines Wollschak, die Markthallenleiterin der GbR, bestehend aus den landwirtschaftlichen und gärtnerischen Gesellschaftern, konnte in der Begrüßung das Konzept der Vermarktung regionaler Lebensmittel an Großküchen kurz vorstellen.
Ein gelungenes Erntedankfest mit Kaffee und Kuchen zum Ausklang. Über 30 Torten haben die Landfrauen aus Niederhone gezaubert. Ein Buffet, das keine Wünsche nach süßen Köstlichkeiten offen ließ.
Pfarrerin Repp-Jost, Pfarrer Sebastian Werner und Pater Susai Rai Alphonse hielten den feierlichen Gottesdienst. Die Kollekte wurde für Diakonie Katastrophenhilfe gesammelt.




Der Kreisbauernverband Werra-Meißner sieht die Weidetierhaltung im Werra-Meißner-Kreis in Gefahr und mit ihr die wertvollen Naturschutzflächen im Kreis. Grund dafür sind die häufigen Wolfssichtungen und Risse von Nutztieren.
Mit 24.000 ha "Natura 2000-Gebieten" ist der Werra-Meißner-Kreis hessenweit führend. Nicht umsonst wurde er durch das Bundesamt für Naturschutz zum „Hotspot der Biodiversität“ erklärt.
Diese wertvollen Naturschutzflächen, aber auch die zahlreichen Grünlandflächen werden durch Rinder, Schafe und Ziegen beweidet. Ohne regelmäßige Beweidung können die Flächen kaum von Büschen und Sträuchern freigehalten werden. Mulchen der Flächen führt zu einer Nährstoffanreicherung im Boden und damit zu einer Veränderung der Pflanzenarten.
Die gehäuften Sichtungen des Wolfes im Landkreis sind nun für die Tierhalter Grund zur Sorge. Bei Rissen von Nutztieren in Hersfeld-Rotenburg und im Schwalm-Eder-Kreis wurde bereits bestätigt, dass es sich um einen Wolf handelte. Von den Nutztierrissen im Landkreis stehen die Ergebnisse noch aus.
Volle Transparenz über die in Deutschland lebenden Wölfe wäre wünschenswert, ebenso wie eine zügige DANN-Analyse. Außerdem müssen die betroffenen Halter informiert werden, dass in ihrem Fall ein Wolf die Tiere gerissen hat. Nach Kenntnis des Kreisbauernverbands ist das zurzeit nicht der Fall.
Über 73 Wolfsrudel, einige Paare und zahlreiche Einzeltiere leben laut DBBW, der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf, in Deutschland, die meisten davon in Sachsen. Durch seinen Schutzstatus kann sich der Wolf nahezu ungehindert ausbreiten- mit fatalen Folgen für die heimische Weidetierhaltung. „Die Weidetierhaltung unserer Landwirte wird vor große Probleme gestellt. Denn mit steigender Wolfszahl steigen auch die Schäden, die von Wölfen verursacht werden“, so Uwe Roth, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands.
„Jeden Morgen rechnet man mit dem Schlimmsten, wenn man die Herde kontrollieren möchte“, ergänzt Torsten Möller, erster Vorsitzender des Kreisbauernverbands und selbst Halter einer Mutterkuhherde.
Der Angriff eines Wolfes versetze eine ganze Herde in Panik. Das bliebe nicht ohne Folgen für die überlebenden Tiere. Zusätzlich zum Verlust der gerissenen Tiere kommt es durch den Stress bei tragenden Kühen und Schafen zu Fehlgeburten. Außerdem verlören die Tiere das Vertrauen in den Menschen und seien noch wochenlang sehr nervös und schreckhaft. „Es muss möglich sein, unseren Tieren auch weiterhin eine artgerechte Weidehaltung bieten zu können“, so Möller. Zurzeit habe er viele schlaflose Nächte aus Sorge um seine Rinder.
Der Schadensersatz für verendete Tiere ist gering. Schäden, die entstehen, wenn eine Herde in Panik flieht und einen Unfall verursacht, werden nicht beglichen.
Der Kreisbauernverband fordert, dass diese Schäden- einschließlich möglicher Folgekosten- unbürokratisch erstattet werden müssen. Auch der Ertragsausfall muss mitberechnet werden. Hierfür müsse die Beweislast hinsichtlich eines Nachweises eines Wolfsrisses zugunsten des Tierhalters umgekehrt werden.
Herdenschutz gestaltet sich schwierig
Eine „wolfssichere“ Einzäunung ist- sofern es sie denn tatsächlich überhaupt gibt-
nicht auf jeder Fläche umzusetzen. 31 Euro Zuschuss je Hektar ermöglichen kaum, einen wolfssicheren Zaun zu bauen. Außerdem überwand ein Wolf in Seigertshausen diesen „wolfssicheren Zaun“ bereits. Torsten Möller erklärt dazu: „Entlang unserer Flächen stehen rund 20 Kilometer Zaun guter fachlicher Praxis entsprechend. Die Umrüstung auf einen wolfssicheren Zaun läge in sechsstelliger Höhe. Das ist nicht umsetzbar.“
Er stellt auch die Frage, welche Auswirkungen ein wolfssicherer Zaun auf andere Arten habe. Füchse und Waschbären nutzten die Flächen zur Jagd, Rehe versteckten die Kitze beispielsweise im Gras.
Der Einsatz von Herdenschutzhunden als Alternative ist nicht nur sehr teuer, sondern bringt eine weitere Schwierigkeit mit sich: Als Herdenschutzhund ist seine Aufgabe, die Herde vor jeglicher Gefahr zu schützen- auch vor Spaziergängern oder Hunden. In einem Landkreis, der vom Tourismus profitiert, ist es fraglich, ob Herdenschutzhunde das richtige Konzept zum Schutz vor Wölfen sind.
„Der Schutz der Weidetierhaltung muss vor dem Schutz des Wolfes stehen“, fordert Roth, „Wie sonst sollen Grünland und Naturschutzflächen nachhaltig erhalten werden, wenn nicht durch Beweidung?“
Auch die Förderung von Herdenschutzmaßnahmen müssen einfach und unbürokratisch einschließlich der Arbeitszeit entschädigt werden. Eine Einzäunung kann dabei nur dem Schutz vor einem Ausbrechen der Tiere dienen, nicht aber als Schutz vor Wolfsangriffen. Deshalb dürfen Entschädigungen nicht daran bemessen werden, ob der Zaun einen Wolf hätte abhalten können, Tiere zu reißen, sondern ob der Zaun einer guten fachlichen Praxis entspricht.
Die Wiederansiedelung des Wolfs darf nicht uneingeschränkt vorangetrieben werden. Die Belange der Weidetierhaltung und der Landwirte, aber auch deren gesellschaftlichen Leistungen im Naturschutz und in der Landschaftspflege müssen angemessen berücksichtigt werden.

Um die Greeningauflage von 5% der gesamten Ackerfläche in Zukunft zu erfüllen, gibt es mehrere Möglichkeiten, oder bestimmte Bereiche die als Greeningfläche angerechnet werden kann.
Stilllegung: Nutzungsverbot (wie bisher) / Anrechnungsfaktor 1,0
Zwischenfrucht: verschiedene Arten, muss stehen bleiben bis zum 15.02. /Anrechnungsfaktor 0,3
Feldstreifen: mind. 1m, max. 20m breit, egal wo, länge spielt keine Rolle / Anrechnungsfaktor 1,5
Pufferstreifen: parallel zu Gewässern, höchstwahrscheinlich 5m mindestens / Anrechnungsfaktor 1,5
Stickstoffbindende Pflanzen: Grob- und Feinleguminosen, mit Pflanzenschutz / Anrechnungsfaktor 0,7
- müssen in einem guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand gehalten werden
- dürfen weder zu landwirtschaftlichen noch zu nicht landwirtschaftlichen Zwecken genutzt werden
- sind der Selbstbegrünung zu überlassen oder durch gezielte Aussaat mit entsprechenden Saatmischungen zu begrünen.
- müssen mindestens einmal jährlich gemäht oder der Aufwuchs zerkleinert werden.
Die Pflegemaßnahmen dürfen in der Sperrfrist vom 01.04. bis zum 30.06. nicht durchgeführt werden!
Aus besonderen Gründen des Natur- oder Umweltschutzes, oder wenn keine schädlichen Auswirkungen auf den Naturhaushalt zu befürchten sind, kann das zuständige Landratsamt von dieser Vorschrift Ausnahmen genehmigen.
Das Vogelschutzgebiet Ringgauer Höhe ist ein bedeutendes Rastgebiet für Zugvögel.
Die Betroffenheit der Forst- und Landwirtschaft durch die Ausweisung der "Natura 2000-Gebiete" hat bisher noch keine großen Einschränkungen für die Bewirtschafter nach sich gezogen. Ob dies in Zukunft jedoch auch so sein wird sieht der Kreisbauernverband mit der nötigen Skepsis. Allein die Tatsache, dass man seine Flächen in einem mit Auflagen bedachten Gebiet bewirtschaftet, reicht aus, um mögliches nachvollziehbares Unbehagen walten zu lassen.
Das Forum ländlicher Raum ist ein Zusammenschluss von verschiedenen Vereinen, Verbänden und Institutionen, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Kräfte im Bereich der Landwirtschaft und des ländlichen Raumes zu bündeln.
Das Forum wurde 2003 gegründet und vereinigt die Landfrauenvereine, Landsenioren, Verbände landwirtschaftlicher Fortbildung, Bodenverband und Landtechnische Fördergemeinschaft Werra-Meißner, Bäuerinnen- und Bauernstammtische, Waldbesitzerverband, Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer, Bioverbände, Verein für Regionalentwicklung, Landwirtschaftliche Familienberatung, die evangelische und katholische Kirche, den Fachbereich Ländlicher Raum, Wirtschaft, Tourismus und Verkehr beim Landrat des Werra-Meißner Kreises sowie den Kreisbauernverband Werra-Meißner unter einem Dach.
Zu einer festen Veranstaltung im Jahresverlauf hat sich das Kreiserntedankfest entwickelt. Jedes Jahr findet hier ein ökumenischer Gottesdienst auf einem anderen landwirtschaftlichen Betrieb im Kreisgebiet statt, an dem regelmäßig 300 Gäste und mehr teilnehmen. Zur Tradition geworden ist, dass nach dem festlichen Gottesdienst noch ein geselliger Ausklang bei Kaffee und Kuchen statt findet, um Zeit zu finden sich auszutauschen und gemeinsam einen geselligen Nachmittag zu verbringen.
Darüber hinaus veranstaltet das Forum jedes Jahr ein themenbezogenes Projekt. Da die Jugend gerade im ländlichen Raum eine wichtige Zukunftssäule darstellt, ist es dem Forum besonders wichtig, hier regelmäßig Kontakt zu halten. Deshalb finden oftmals Aktionen in Zusammenarbeit mit Kindergärten und Schulen statt, ähnlich der Aktion „Bauernhof als Klassenzimmer“. In den vergangen Jahren standen unter anderem nachwachsende Rohstoffe oder die Erzeugung regionaler Lebensmittel und deren Verarbeitung im Mittelpunkt.
Sprecher des Forums ist Horst Kupski, die Geschäftsführung obliegt dem Kreisbauernverband Werra-Meißner.
Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie im Werra-Meißner Kreis
Die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) wurde im Jahr 2000 in Kraft gesetzt und hat den Schutz der Gewässer zum Ziel. Sie soll wasserwirtschaftliches Handeln durch Maßnahmenprogramme und Bewirtschaftungspläne bündeln und einen sowohl quantitativ als auch qualitativ guten Zustand des Oberflächen- und Grundwassers erreichen. Hierbei handelt es sich um eine europäische Richtlinie, die vorsieht, den guten chemischen als auch mengenmäßigen Zustand im Grundwasser bis 2015 zu erreichen.
In den ersten beiden Phasen wurde eine flächendeckende Bestandsaufnahme auf Gemarkungsebene erstellt, im zweiten Schritt wurde ein Maßnahmenprogramm erstellt.
Auf Grund dieser Bestandsaufnahme wurden betroffene Gemarkungen zu sogenannten „Maßnahmenräumen“ zusammengeführt.
In diesen Maßnahmenräumen steht den Landwirten eine kostenfreie Zusatzberatung durch ein Ingenieurbüro zur Verfügung. Ziel dieser Gewässerschutzberatung ist es, Stoffeinträge ins Grundwasser weiter zu minimieren und Erosion zu verhindern. Zu diesem Zweck bilden die Landwirte der betroffenen Gemarkungen Arbeitskreise, in denen für den jeweiligen Maßnahmenraum wichtige Themen besprochen und auch in Feldversuchen erforscht werden. Die Ergebnisse stellt das Beratungsbüro in Vorträgen als auch in einem Rundschreiben vor. Als weitere Mitglieder dieser Arbeitskreise nehmen an den Veranstaltungen der Projektträger (Gemeindeverwaltung oder Stadtwerke), ein Vertreter des RP Kassel, der Fachdienst Ländlicher Raum des Werra-Meißner Kreises sowie der Kreisbauernverband teil.
Das Beratungsangebot ist für die Landwirte kostenfrei, und auch die Teilnahme und Umsetzung von Maßnahmen ist freiwillig.
Im Werra-Meißner Kreis gibt es drei von der WRRL betroffene Maßnahmenräume, diese befinden sich im Werratal, in Waldkappel und in Witzenhausen.
Sollten Sie Fragen zur WRRL haben, melden Sie sich bitte in der Geschäftsstelle.